Ratgeber · Schweiz
Wie viel Strom erzeugt eine PV-Anlage im Winter?
Wie viel kommt im Winter tatsächlich vom Dach? Für eine 10-kWp-Anlage in Bern summiert sich die modellierte Erzeugung von Dezember bis Februar auf rund 1’744 kWh. Der Monatsvergleich zeigt, wie gross der Abstand zum Verbrauch mit Wärmepumpe bleibt.
KurzantwortKurzantwort
Wie viel Strom erzeugt eine PV-Anlage im Winter?
Eine 10-kWp-Südanlage in Bern erzeugt im meteorologischen Winter von Dezember bis Februar im Modell rund 1’744 kWh. Das sind etwa 14,3 % des Jahresertrags von 12’232 kWh. Haushalt und Wärmepumpe benötigen in denselben drei Monaten zusammen rund 3’560 kWh.
Die Antwort für Dezember bis Februar
Für diesen Beitrag meinen wir mit Winter die drei meteorologischen Wintermonate Dezember, Januar und Februar. Die 10-kWp-Anlage in Bern (PLZ 3011), Südausrichtung und 30° Dachneigung, erzeugt in dieser Zeit 456 + 552 + 736 = rund 1’744 kWh. Das entspricht etwa 14,3 % ihrer modellierten Jahresproduktion von 12’232 kWh.
Im selben Zeitraum kommen Haushalt und Wärmepumpe zusammen auf rund 3’560 kWh Verbrauch. Die PV-Anlage erzeugt also auch im Winter nennenswert Strom, deckt den saisonal hohen Bedarf in diesem Beispiel aber nicht allein.
Der Berner Modellfall
Zum Schweizer Standardverbrauch von 4’050 kWh für einen Vierpersonenhaushalt rechnen wir 4’950 kWh modellierten Wärmepumpenstrom pro Jahr hinzu. Das Profil verteilt den Verbrauch saisonal und ist keine Messung eines konkreten Gebäudes. Die PV-Erzeugung basiert auf dem PVGIS-Wetterprofil für Bern.
Erzeugung und Netzbezug Monat für Monat
Die Tabelle zeigt, woher sich die Winter-Summe ergibt. Beim Netzbezug vergleichen wir einen 10-kWh- mit einem 15-kWh-Speicher; alle übrigen Eingaben bleiben gleich.
| Monat | PV-Erzeugung | Verbrauch Haushalt + WP | Netzbezug mit 10 kWh | Netzbezug mit 15 kWh |
|---|---|---|---|---|
| Januar | 552 kWh | 1’286 kWh | 759 kWh | 754 kWh |
| Februar | 736 kWh | 1’057 kWh | 520 kWh | 437 kWh |
| März | 1’127 kWh | 1’006 kWh | 394 kWh | 271 kWh |
| April | 1’303 kWh | 763 kWh | 224 kWh | 96 kWh |
| Mai | 1’284 kWh | 565 kWh | 77 kWh | 5 kWh |
| Juni | 1’412 kWh | 369 kWh | 0 kWh | 0 kWh |
| Juli | 1’441 kWh | 335 kWh | 0 kWh | 0 kWh |
| August | 1’334 kWh | 342 kWh | 0 kWh | 0 kWh |
| September | 1’175 kWh | 434 kWh | 26 kWh | 0 kWh |
| Oktober | 894 kWh | 646 kWh | 178 kWh | 50 kWh |
| November | 519 kWh | 980 kWh | 516 kWh | 486 kWh |
| Dezember | 456 kWh | 1’217 kWh | 776 kWh | 776 kWh |
| Jahr | 12’232 kWh | 9’000 kWh | 3’471 kWh | 2’875 kWh |
Der grössere Speicher senkt den jährlichen Netzbezug um rund 595 kWh. In den drei Wintermonaten zusammen sinkt er von 2’055 auf 1’967 kWh; im Dezember allein bleibt er in beiden Varianten bei 776 kWh. Mehr Kapazität verschiebt Solarstrom zwischen nahe beieinanderliegenden Stunden und Tagen. Sie macht aus Sommerüberschuss keinen Wintervorrat.
Was die Zahlen für die Planung bedeuten
Der Jahreswert allein beantwortet die Winterfrage nicht. Entscheidend ist, wann Erzeugung und Verbrauch anfallen. Wer eine Wärmepumpe betreibt, sollte deshalb neben dem Jahresertrag auch die Monatswerte und den tatsächlichen Wärmebedarf betrachten. Ein Speicher kann den Netzbezug senken, aber eine saisonale Versorgung nicht ersetzen.
Die Rechnung setzt 32 Rp./kWh Netzbezug, 6 Rp./kWh Energieeinspeisung plus 1,5 Rp./kWh HKN an. Die 15-kWh-Batterie kostet im Schätzmodell CHF 9’350 statt CHF 7’000 für 10 kWh. Preise bleiben konstant; Degradation, Finanzierung, Wartung und Ersatz sind nicht enthalten.
Mit deinen eigenen Werten vergleichen
Die Beispiel-Links übernehmen den Berner Ausgangsfall in den Rechner. Du kannst dort einzelne Annahmen ändern und die Auswertung mit deiner Offerte und deinem Verbrauch abgleichen.
Rechenbasis und Quellen
- Europäische Kommission: PVGIS
- EnergieSchweiz: Orientierung zu Photovoltaik und Eigenverbrauch
- Pronovo: Einmalvergütung
- ElCom: Schweizer Strompreise
Rechnerstand: PVGIS 5.3/SARAH-3, Wetterjahre 2014–2023; Tarif- und Preisannahmen vom 8. September 2026. Vereinfachte Modellrechnung, keine Offerte.