Ratgeber · Schweiz
Wie gross sollte meine PV-Anlage sein?
5, 10 oder 15 kWp? Mehr Module erzeugen mehr Strom, doch nicht jede zusätzliche Kilowattstunde wird im Haus gebraucht. Ein Vergleich mit gleichbleibendem Haushalt, Dach, Speicher und Tarifen zeigt, wie sich Anlagengrösse, Einspeisung und Wirtschaftlichkeit zueinander verhalten.
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Wie gross sollte meine PV-Anlage sein?
Im Berner Modell erzielt die 15-kWp-Anlage von den drei verglichenen Varianten das höchste Ergebnis nach 20 Jahren: rund 12’702 CHF. Der Schritt von 5 auf 10 kWp bringt den grössten zusätzlichen Sprung; auch von 10 auf 15 kWp steigt das modellierte Ergebnis noch. Das gilt für genau diese Annahmen und ist keine allgemeine Renditezusage.
Mehr Leistung lohnt sich nicht nur bei höherem Verbrauch
Eine grössere Anlage liefert auch dann mehr Strom, wenn dein Haushalt heute gleich viel verbraucht. Der zusätzliche Ertrag geht allerdings zunehmend ins Netz: Im Beispiel steigt die Jahresproduktion bei jedem Schritt um rund 6’116 kWh. Zwischen 10 und 15 kWp wächst die vom Haushalt selbst gedeckte Strommenge dagegen nur noch wenig. Deshalb gehören Eigenversorgung, Netzbezug und Einspeisung gemeinsam in den Vergleich.
Der Vergleich hält die übrigen Annahmen fest
Für die drei Varianten bleiben Standort, Südausrichtung, Dachneigung, Verbrauch, Speicher und Tarife gleich. Geändert wird nur die PV-Leistung. So lässt sich erkennen, was die Anlagengrösse in diesem Modell bewirkt. In einem echten Projekt müssen zusätzlich die nutzbare Dachfläche, Verschattung, Statik, Anschlussbedingungen und vollständige Offerten geprüft werden.
Ein Berner Rechenbeispiel: 5, 10 und 15 kWp
Der Modellfall steht in Bern, PLZ 3011. Ein Vierpersonenhaushalt verbraucht 4’050 kWh pro Jahr. Das Dach ist nach Süden ausgerichtet und um 30° geneigt. In allen drei Varianten bleibt ein 10-kWh-Speicher gleich; Wärmepumpe, E-Auto und lokale Förderbeiträge sind nicht berücksichtigt. Angesetzt sind 32 Rp./kWh für Netzstrom sowie 6 Rp./kWh Energieeinspeisung und zusätzlich 1,5 Rp./kWh für den Herkunftsnachweis. Pronovo ist einbezogen.
Der gleichbleibende 10-kWh-Speicher macht den Einfluss der PV-Leistung vergleichbar. Bei einer 5-kWp-Anlage kann diese Speichergrösse für ein konkretes Haus zu gross sein; sie ist hier keine Empfehlung für diese Kombination. Für ein reales Angebot sollte auch der Speicher zur Anlage und zum Verbrauch passen.
Die Erzeugung basiert auf PVGIS 5.3/SARAH3 für die Wetterjahre 2014 bis 2023 und wird mit 14 % Systemverlust berechnet. Die Stromtarife bleiben im 20-Jahres-Modell konstant; Preissteigerung, Degradation, Finanzierung, Wartung und Ersatz sind nicht berücksichtigt.
| PV-Leistung | Erzeugung/Jahr | Eigenverbrauchsquote der PV | Vom Haushalt gedeckt | Netzbezug/Jahr | Einspeisung/Jahr | Nettoinvestition | Ergebnis nach 20 Jahren |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 5 kWp | 6’116 kWh | 59,8 % | 3’439 kWh · 84,9 % | 611 kWh | 2’461 kWh | 19’700 CHF | +6’001 CHF |
| 10 kWp | 12’232 kWh | 33,9 % | 3’886 kWh · 95,9 % | 164 kWh | 8’088 kWh | 26’700 CHF | +10’301 CHF |
| 15 kWp | 18’348 kWh | 22,9 % | 3’933 kWh · 97,1 % | 117 kWh | 14’155 kWh | 33’700 CHF | +12’702 CHF |
«Vom Haushalt gedeckt» bezeichnet den Jahresverbrauch, der rechnerisch nicht mehr aus dem Netz bezogen wird; der Prozentwert ist der Autarkiegrad. Der Eigenverbrauchsanteil der PV sinkt im selben Vergleich von 59,8 % über 33,9 % auf 22,9 %, weil die grössere Anlage mehr Überschuss ins Netz abgibt.
Die geschätzten PV-Kosten liegen bei 14’500, 23’300 und 32’100 CHF. Der Speicher kostet in allen Varianten 7’000 CHF. Nach der Pronovo-Einmalvergütung von 1’800, 3’600 beziehungsweise 5’400 CHF ergeben sich die Nettoinvestitionen aus der Tabelle; lokale Förderung ist nicht eingerechnet. Die jährliche Ersparnis gegenüber dem vollständigen Netzbezug beträgt rund 1’285, 1’850 und 2’320 CHF. Daraus errechnet sich ein vereinfachtes Ergebnis nach 20 Jahren von rund 6’001, 10’301 und 12’702 CHF.
Der Schritt von 5 auf 10 kWp erhöht das modellierte 20-Jahres-Ergebnis um rund 4’300 CHF. Der weitere Ausbau auf 15 kWp bringt nochmals etwa 2’401 CHF. Er ist damit in diesem Vergleich weiterhin die wirtschaftlichste Variante, obwohl ein wachsender Anteil der zusätzlichen Produktion eingespeist wird. Das Ergebnis hängt unter anderem von tatsächlichen Baukosten, Tarifen, Dach und Verbrauch ab.
Offizielle und fachliche Quellen
- BFE: Photovoltaikmarkt – Preisbeobachtungsstudie 2025
- ElCom: Stromtarife 2026
- Pronovo: Tarifrechner Einmalvergütung
- EnergieSchweiz: Batteriespeicher für zu Hause
- EnergieSchweiz: Eigenverbrauch
- Europäische Kommission: PVGIS
- WattBilanz: Pronovo, Einspeisung, HKN und Steuern
Quellen und Preisannahmen zuletzt geprüft: 18. September 2026.
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