Planung und Ertrag · Deutschland

PV-Ertrag nach Postleitzahl: Wie viel macht dein Standort aus?

Zehn Kilowattpeak bleiben zehn Kilowattpeak. Wie viel Strom daraus wird, hängt aber auch davon ab, wo dein Haus steht. Wir schicken dieselbe Anlage rechnerisch an sechs Orte und schauen, was sich allein durch den Standort verändert.

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Kurzantwort

Für dein Dach zählt dein Standort, nicht der deutsche Durchschnitt.

Die Postleitzahl hilft, lokale Sonneneinstrahlung und den Geländehorizont in der Rechnung zu berücksichtigen. Unsere Beispiele zeigen Unterschiede zwischen Nord und Süd, auf fast gleicher geografischer Breite und sogar zwischen benachbarten Orten am Alpenrand. Die Rechnung bleibt eine Orientierung auf PLZ-Basis. Schatten durch Bäume, Nachbarhäuser und Dachaufbauten muss ein Fachbetrieb vor Ort prüfen.

Sechs Orte, drei Vergleiche

Gleiche Farbe, gleiches Vergleichspaar. Die Karte zeigt die Lage der Orte in Deutschland, keine einzelnen Dächer oder exakten Anlagenstandorte.

Ortsübersicht, keine adressgenaue Karte. Die Beschriftungen des Alpenpaares sind aus Platzgründen versetzt. Detaillierte Landesgrenze (1:10 Mio.): Natural Earth, Public Domain. Die Karte lädt keine externen Kartendienste.

Was wir für alle sechs Orte gleich lassen

Wir rechnen mit 10 kWp PV-Leistung, Südausrichtung und 30° Dachneigung. Die Solardaten stammen aus PVGIS 5.3/SARAH3 für 2014 bis 2023. WattBilanz fasst sie stundenweise zu einem typischen Jahr zusammen und berücksichtigt den natürlichen Geländehorizont sowie 14 % Systemverluste. Ein Speicher ist nicht vorgesehen.

Für diese Gegenüberstellung betrachten wir nur den erzeugten Solarstrom. Haushaltsgröße, Strompreis oder Förderungen erklären deshalb keinen der gezeigten Ertragsunterschiede. Die Links enthalten zusätzlich einen Beispielhaushalt mit vier Personen und 4.500 kWh Verbrauch, ohne Wärmepumpe oder E-Auto. Die hinterlegten 30 ct/kWh für Netzstrom und 8 ct/kWh für Einspeisung sind Vergleichsannahmen, keine zugesicherten Tarife.

A · Flensburg und Freiburg: der Norden und der Süden

Dass es in Deutschland regionale Unterschiede beim Solarertrag gibt, überrascht die wenigsten. Wie groß sie bei derselben Anlage ausfallen können, wird mit zwei bekannten Orten greifbar.

StandortPV-Ertrag pro JahrRechenbeispiel
A1 · 24937 Flensburg9.532 kWhIm Rechner öffnen
A2 · 79098 Freiburg im Breisgau11.321 kWhIm Rechner öffnen

In Freiburg entstehen im Modell rund 1.789 kWh mehr Solarstrom pro Jahr als in Flensburg. Das sind 18,8 % mehr bei identischer Leistung und Dachausrichtung.

Weniger Ertrag heißt nicht automatisch: lohnt sich nicht

Die Flensburger Anlage produziert in dieser Rechnung trotzdem rund 9.532 kWh pro Jahr. Ob sie sich wirtschaftlich lohnt, hängt zusätzlich vom Angebotspreis, vom selbst genutzten Strom und von den Tarifen ab. Der Standortvergleich sagt also nicht, dass eine Anlage im Norden keine gute Entscheidung sein kann. Er zeigt, wie wichtig es ist, den eigenen Standort zu berücksichtigen, statt mit deutschen Durchschnittswerten zu rechnen. Solche Werte geben eine erste Orientierung. Ob sich deine Anlage lohnt, entscheidet sich aber an den Bedingungen bei dir zu Hause.

B · Wuppertal und Leipzig: gleiche geographische Breite

Wuppertal liegt am verwendeten Standortpunkt bei rund 51,26° nördlicher Breite, Leipzig bei 51,34°. In Nord-Süd-Richtung liegen sie damit fast auf einer Linie. Trotzdem liefert die gleiche Anlage nicht den gleichen Ertrag.

StandortPV-Ertrag pro JahrRechenbeispiel
B1 · 42103 Wuppertal9.966 kWhIm Rechner öffnen
B2 · 04109 Leipzig10.697 kWhIm Rechner öffnen

Leipzig liegt hier rund 731 kWh oder 7,3 % über Wuppertal. Die geografische Breite allein reicht also nicht, um den Ertrag einzuschätzen.

Die gleiche Breite macht noch keinen gleichen Ertrag

Auf der Deutschlandkarte liegen die beiden Orte fast auf einer Höhe. Man könnte deshalb ähnliche Solarerträge erwarten. Trotzdem kommen in Leipzig bei derselben Anlage jedes Jahr rechnerisch rund 731 kWh mehr zusammen. Regionale Einstrahlung, Wetter und Gelände wirken zusammen. Allein aus der Lage im Norden oder Süden lässt sich der Ertrag deshalb nicht zuverlässig ableiten.

Ein pauschaler Ertrag je kWp würde diesen Unterschied übergehen. Für eine erste grobe Größenordnung kann so eine Faustzahl nützlich sein. Sobald es um dein Dach und ein konkretes Angebot geht, ist eine standortbezogene Rechnung die bessere Grundlage.

C · Garmisch-Partenkirchen und Grainau: nah beieinander, deutlich verschieden

Die beiden zugeordneten PLZ-Bezugspunkte liegen nur rund 5,6 km Luftlinie auseinander. Auch ihre geografische Breite ist nahezu gleich. Am Alpenrand können die lokalen Bedingungen dennoch deutlich voneinander abweichen.

StandortPV-Ertrag pro JahrRechenbeispiel
C1 · 82467 Garmisch-Partenkirchen10.982 kWhIm Rechner öffnen
C2 · 82491 Grainau8.579 kWhIm Rechner öffnen

Für die Eingabe 82467 Garmisch-Partenkirchen berechnet WattBilanz rund 2.403 kWh mehr als für 82491 Grainau. Das sind 28,0 % mehr Jahresertrag in Garmisch-Partenkirchen, bezogen auf Grainau.

Wenige Kilometer können für deine Anlage viel ausmachen

Bei den ersten beiden Vergleichen liegen mehrere hundert Kilometer zwischen den Orten. Hier reicht schon die Nähe zweier Nachbarorte, um einen deutlichen Unterschied zu sehen: Die gleiche 10-kWp-Anlage erzeugt in der Garmischer Beispielrechnung rund 2.403 kWh mehr im Jahr. Dafür braucht sie weder zusätzliche Module noch eine andere Ausrichtung.

Gerade am Alpenrand kommen unterschiedliche lokale Bedingungen auf engem Raum zusammen. Dazu gehört auch, wie das Gelände den Blick zur Sonne begrenzt. Ein gemeinsamer Durchschnittswert für die Region würde diese Unterschiede verdecken. Für deine Entscheidung ist aber nicht entscheidend, was eine Anlage irgendwo in Süddeutschland erzeugt, sondern welcher Ertrag an deinem Standort zu erwarten ist und wie er zu Verbrauch und Anschaffungskosten passt.

Die Rechnung ist deshalb kein Urteil gegen eine Anlage in Grainau. Sie zeigt, warum selbst ein Ertragswert aus dem Nachbarort keine verlässliche Grundlage für die eigene Wirtschaftlichkeitsrechnung sein muss.

Was die PLZ-Rechnung berücksichtigt

WattBilanz berücksichtigt lokale Solardaten und den natürlichen Geländehorizont an einem der PLZ-Eingabe zugeordneten Bezugspunkt. Das ist weder ein bestimmtes Hausdach noch der gemessene Durchschnitt aller Anlagen im PLZ-Gebiet. Die 28,0 % Mehrertrag gelten für diese beiden Beispielrechnungen, nicht pauschal für jedes Haus in den Gemeinden.

Die Links enthalten die genannten Postleitzahlen zusammen mit den Ortsnamen. Innerhalb eines PLZ-Gebiets können die Bedingungen abweichen, besonders im Gebirge. Schatten durch Bäume, Nachbargebäude und Dachaufbauten muss ein Fachbetrieb vor Ort prüfen.

So nutzt du den Vergleich für dein eigenes Dach

Öffne eines der Beispiele und ersetze zuerst die Postleitzahl durch deine eigene. Passe anschließend Leistung, Ausrichtung und Dachneigung an. Erst danach lohnt es sich, den eigenen Verbrauch und die Kosten genauer einzutragen. So vergleichst du nicht länger zwei allgemeine Zahlen, sondern näherst dich Schritt für Schritt deiner eigenen Anlage.

Die Jahreserträge sind modellierte Orientierungswerte und keine Ertragsgarantie. Das gemittelte Wetterprofil bildet kein bestimmtes zukünftiges Jahr ab. Die hier genannten Ergebnisse dokumentieren den Rechenstand vom 23. September 2026; spätere Daten- und Modelländerungen können die Werte verändern.

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Quellen und Rechengrundlage

Stand der Beispielrechnungen und Redaktion: 23. September 2026. Standortzuordnung: OpenStreetMap/Nominatim.

Was ergibt sich für deine Postleitzahl?

Starte mit denselben 10 kWp und passe das Beispiel an dein Dach an.